Landrat besucht Alleshausen
Landrat besucht Alleshausen
Mario Glaser besucht im Rahmen des Gemeindebesuches Dorfladen und den „Campus im Grünen“ und sucht den Austausch mit dem Gemeinderat.
Alleshausen – Vor den beiden Besichtigungen stand aber zuerst noch ein Gespräch mit Bürgermeister Patrick Hepp auf dem Programm, bei dem der Alleshauser Bürgermeister die Anliegen und Stärken, aber auch die Sorgen und Nöte seiner Gemeinde dem Landrat in kleiner, nicht-öffentlicher Runde mitteilen konnte.
Im Anschluss warteten schon Vertreter des Gemeinderates vor dem Alleshauser Dorfladen (AllDo) und Patrick Hepp präsentierte mit Stolz das Nahversorgungskonzept des Federseedorfes. Gerade ältere Mitbürger wären bei der Planung im Fokus gewesen, so Hepp, denn mit dem rollatorgerechten Zugang und einem ausgesuchten Sortiment biete der AllDo seit 2023 eine gute Grundversorgung für die Bevölkerung.
Das Angebot vieler regionaler Produkte von Kartoffeln über Fleischwaren bis zu den täglich frischen Backwaren würde gerne angenommen und auch immer wieder neue Artikel für das Sortiment ausprobiert.
Hepp erläuterte zudem die Betreiberform über eine Unternehmergesellschaft mit 75 stillen Gesellschaftern, die den Laden erst ermöglicht hatte.
Inzwischen trage sich der Laden mit einer schwarzen Null und auch die bereitgestellten Sitzgelegenheiten hätten sich zu einem beliebten Treffpunkt in der Mitte des Dorfes entwickelt.
Der Landrat zeigte sich sehr interessiert und lobte das Konzept, das den Einwohnern eine bemerkenswerte Auswahl bieten würde.
Im Anschluss stand der Campus im Grünen im Mittelpunkt, wo sich zwischen Seekirch und Alleshausen interkommunal der Kindergarten und die Grundschule mit Federseehalle und Lehrschwimmbecken befinden.
Mario Glaser war bereits bei der Ankunft von der Lage mit viel Grün äußerst angetan und meinte, dass hier ein sehr gutes Aufwachsen der Kinder ermöglicht werde.
Inzwischen war auch der gesamte Gemeinderat anwesend und unterstrich damit die Bedeutung des Gemeindebesuches des Biberacher Landrates.
Vor einer kurzen Besichtigung der Grundschule, die in fünf Klassen 120 Schüler beherbergt, begaben sich alle Anwesenden zum Lehrschwimmbecken, das bereits aus dem Jahr 1965 stammt und 2002 teilsaniert wurde.
Bürgermeister Hepp bekräftigte hier die überörtliche Bedeutung des kleinen Schwimmbades, in dem 250 Schüler pro Woche zum Schwimmunterricht gehen würden.
Bei der anschließenden Besichtigung des Technikbereiches unterstrich er aber auch die Herausforderung für die Kommunen, die solch eine Einrichtung zu finanzieren hätten.
Zum Abschluss des Gemeindebesuches war dann in der Schulmensa ein Austausch von Gemeinderat und Landrat eingeplant, der auch intensiv genutzt wurde. Mario Glaser nahm sich sehr viel Zeit, die Fragen und Meinungen der Ratsmitglieder anzuhören und aufzunehmen.
So erklärte er auf die Frage zur Unterstützung des Ehrenamtes, dass der Landkreis sich an der Finanzierung der überörtlichen Dachverbände, wie Blasmusikkreisverband oder Sportkreis beteilige. Auch die aufwendigen Genehmigungsprozesse von Veranstaltungen wurde angesprochen, hier habe der Landkreis Schulungen und Informationsbroschüren zur Unterstützung der Vereinsvorstände abgehalten und verfasst.
Ein weiteres Anliegen war die mangelhafte Anbindung der Seegemeinde an die Busverbindung zum Schulstandort Biberach und die belastende Höhe der Kreisumlage.
Landrat Glaser nahm den Wunsch zur Busverbindung auf, konnte aber keine schnelle Lösung versprechen, da es neben der Verfügbarkeit von Busfahrern und der schwierigen Abstimmung der Fahrpläne auch ein finanzieller Aspekt sei.
In diesem Zusammenhang ging er auch auf die Kreisumlage ein, die den ÖPNV als drittgrößten Kostenfaktor im Haushalt finanzieren müsse. Immense Steigerungen wären im Sozialhaushalt als größten Haushaltsposten des Landkreises zu verbuchen, hier sei es vor allem die Kinder- und Jugendhilfe, die Arbeitsvermittlung im Jobcenter und die Teilhabe Behinderter, die den großen finanziellen Bedarf ausmachen würden.
Allerdings betonte Glaser auch, dass hier jeder Euro gut und sinnvoll investiert sei, was auch die einhellige Zustimmung der Gemeinderäte fand.
Weiter ging er noch auf eine anschließende Frage zum Sozialhaushalt nach den Kosten der Flüchtlinge ein, die derzeit rückläufig und nicht, wie oft gemutmaßt, die Hauptkosten im Sozialbereich ausmachen würden.
Zum Abschluss kam dann der Austausch auch auf die Mitarbeiterzahl im Landratsamt (LRA) zu sprechen. Auch hier antwortete Mario Glaser offen und überlegt und verwies auf die umfangrechen Zuständigkeiten im LRA vom Forst- und Landwirtschaftsamt über Müll, Straßen und Verkehr bis zum Sozialbereich.
Viel vom Bürger erlebte Bürokratie sei von Bund und EU vorgegeben und vom LRA nicht steuerbar. Glaser verwies aber auch auf Erfolge, wie die geglückte Einführung eines digitalen Telefonassistenten bei der Abfallwirtschaft, der viele Anfragen beantworten könne.
Dies sei auch für die aktuell personell besser ausgestattete Zulassungsstelle mit 2.000 Anrufern pro Woche geplant, was dann auch für mehr Kundenzeit bei den Mitarbeitern führen werde. Und dann schloss der Besuch des Landrates mit der Übergabe eines Baumgeschenkes an die Gemeinde Alleshausen, die das Geschenk gerne in Empfang nahm.




